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Der Digitale Workflow in der Druckproduktion


Einführung in den digitalen Workflow

Seit einigen Jahren durchdringt ein Schlagwort die Druckindustrie: der "digitale Workflow". Die Herstellung von Druckprodukten hat sich über Jahrzehnte sukzessive vom Handwerk zur industriellen Fertigung entwickelt. Wie bereits in anderen industriellen Bereichen gewinnt die computerintegrierte Fertigung (CIM, Computer Integrated Manufacturing) auch für die Druckindustrie immer mehr an Bedeutung. Für die Druckereien ergibt sich dadurch in erster Linie ein deutlich höheres Automatisierungspotential sowohl für einzelne Teilprozesse als auch für den gesamten Produktionsablauf. Die daraus resultierende Verringerung des Produktionsfaktors Zeit ist für Druckereien von entscheidender Bedeutung, weil in der gesamten Medienindustrie Informationen immer schneller verarbeitet und über unterschiedliche Publikationskanäle verbreitet werden, nicht zuletzt durch den lawinenartigen Einzug des Internets.

Der digitale Workflow oder die computerintegrierte Fertigung von Druckprodukten setzt eine vollständige elektronische Vernetzung der Teilprozesse voraus und zielt auf die Integration von Auftragsvorbereitung, Druckvorstufe, Druck sowie Druckweiterverarbeitung und Versandabwicklung ab. Bei der Umsetzung trifft man zumeist auf zwei Haupthindernisse: zum einen inkompatible Systeme und Schnittstellen und zum anderen eine eingeschränkte Verfügbarkeit von elektronisch steuerbaren Maschinen, vor allem im Bereich der Druckweiterverarbeitung. Aufgrund der enormen Investitionskosten für moderne Maschinen oder Workflow-Systeme wählen viele Firmen den sukzessiven Einstieg in den digitalen Workflow, welcher in verschiedenen Stufen erfolgen kann (siehe Abb.).


Varianten des digitalen Workflows in der Printmedienherstellung



Die Vorteile, Herausforderungen und Möglichkeiten des digitalen Workflows

  • Zeiteinsparung
    • beschleunigte Druckvorlagenherstellung (Film, Druckplatte)
    • kürzere Maschinenrüstzeiten in Druck und Weiterverarbeitung
  • Materialeinsparung
    • mit CtP entfallen Film und Filmentwicklungschemikalien
    • durch kürzere Rüstzeiten fallen weniger Makulaturbogen in Druck und Weiterverarbeitung an
  • Qualitätsverbessungen
    • alle Teilbereiche profitieren von einem Qualitätszuwachs
    • vor allem durch die Genauigkeit und Reproduzierbarkeit der Tonwertübertragung
    • die Standardisierung des gesamten Prozessablaufs wird vereinfacht
  • Qualitätsmanagment
    • die Anwendung von Kontrollinstanzen ist im digitalen Workflow unabdingbar
    • ein wichtiger Arbeitsschritt ist zum Beispiel die Ein- und Ausgangskontrolle von Daten (Preflight-Check)
  • Digitalproof
    • dient der Simulation des späteren Druckergebnisses
    • mit der Einführung von CtP müssen dabei digitale Proofverfahren eingesetzt werden
  • Kurzfristige Änderungen
    • sind im digitalen Workflow relativ problemlos, da zum Beispiel noch während der Bogenmontage am Datenbestand modifiziert werden kann
  • Datenarchivierung
    • digitale Daten lassen sich platzsparender archivieren als Filme und Montagefolien
    • Voraussetzung ist ein durchdachtes Archivierungssystem
    • digitale Daten können mit oder ohne Änderungen für Neu- und Wiederholaufträge verwendet werden
    • dies gilt auch für CIP-Daten zur Steuerung und das Rüsten der Maschinen
  • Datensicherung
    • digitale Daten sind das Auftragsvermögen im digitalen Workflow
    • Datenverluste können zu gravierenden zeiltlichen und wirtschaftlichen Verlusten führen
    • Backup-Systeme und Überspannungsschutzeinrichtungen sind unter anderem wichtige Sicherungsmaßnahmen
  • Rationaliserung
    • durch Digitalisierung und Automatisierung von Prozessen entfallen manuelle Hilfsarbeiten
    • die Zusammenführung von einzelnen Prozesschritten hat eine veränderte Personalstruktur zur Folge
  • Fachpersonal
    • einerseits sind durch den digitalen Workflow Personaleinsparungen möglich, andererseits steigen die Anforderungen an Qualifizierung und Know-how des Personals
    • dies macht sich besonders im Teilprozess Druckvorstufe bemerkbar
  • Dezentrale Herstellung / Dezentrales Publizieren
    • eine durchgehende Digitalisierung ermöglicht die räumliche Trennung von den Teilschritten Satzherstellung, Bilderfassung, Proofen, Belichtung etc.
    • Voraussetzung dafür ist die Kommunikation zwischen den Beteiligten über Netzwerke (z.B. Intranet, Internet)


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